- Frage: Was ist Buchdruck?
Antwort: Buchdruck bezeichnet ein Druckverfahren, welches Johannes Gutenberg um 1450 entwickelt hat. Einzelne Bleilettern werden zu Wörtern und Sätzen und schließlich ganzen Seiten zusammengefügt. Die erhabenen Buchstabenformen der Lettern werden mit Farbe eingewalzt und oft gedruckt. Damit ist der Buchdruck ein Hochdruckverfahren.
- Frage: Was sind Bleilettern?
Antwort: Eine Bleiletter ist wie ein kleines, rechtwinkliges Stäbchen an dessen oberen Ende ein Buchstabe erhaben zu sehen ist. Die einzelnen Lettern sind aus einer Legierung gegossen, die hauptsächlich aus Blei besteht und außerdem Antimon und Zinn enthält. Übrigens müssen die Lettern nicht nur Buchstaben zeigen, es gibt auch Satzzeichen, Ziffern, Ornamente,…
- Frage: Was ist Bleisatz?
Antwort: Bleisatz ist ein Wort, welches die Arbeit mit Bleilettern beschreibt. Früher wurden dazu Setzer ausgebildet. Sie arbeiten mit Bleilettern, die in Setzkästen sortiert sind. Ein gewöhnlicher Setzkasten hat in der Regel 126 einzelne Fächer, wobei in den größten Fächern die häufigsten Buchstaben wie a oder e liegen. Ergonomisch sinnvoll sind diese Fächer auch am vorderen Rand des Setzkastens gelegen.
Setzer benötigen für die Herstellung von Buchdruckformen ein vielseitiges Wissen aus den Bereichen Schrift, Schriftgeschichte und Gestaltung.
Für den Druck waren dann die Buchdrucker zuständig. Kann man beides, setzen und drucken, ist man im Fachjargon ein „Schweizerdegen“, so wie ich.
- Frage: Ist Blei nicht giftig?
Antwort: Blei ist giftig, wenn wir es als Dampf einatmen, oder wenn wir es über Nahrung aufnehmen. Das Blei in den Setzkästen ist ungefährlich, solange sich an die Regeln zum Arbeitsplatz und zur Hygiene gehalten wird.
Eine Arbeitsschutzbelehrung bekommen alle, die einen Kurs oder eine Führung in der Officina Arcana besuchen.
- Frage: Wie wird heute gedruckt?
Antwort: Heute wird mittels Offset- oder Digitaldruck der Großteil der Printprodukte hergestellt. Andere noch industriell verwendete Druckverfahren sind der Siebdruck für beispielsweise T-Shirts oder der indirekte Tiefdruck (Tampondruck). Die Gestaltung findet digital statt und Maschinen drucken oft völlig automatisiert.
Der Buchdruck mit Bleilettern gehört wie beispielsweise auch die Radierung oder der Holzschnitt zu den künstlerischen Druckverfahren und steht seit einigen Jahren auf der Liste des Immateriellen Kulturerbes.
- Frage: Was ist der Unterschied zwischen den digitalen Verfahren zum Buchdruck?
Antwort: Während heute alles Digital gleich sichtbar am Bildschirm ist und man am Rechner noch eben schnell drei andere Schriften ausprobieren kann, geht das im Buchdruck nicht so einfach. Eine Schrift kurz vor Fertigstellung einer Druckform zu ändern, bedeutet die Schrift sorgfältig wieder zurück zu sortieren und dann die neue Schrift händisch wieder zu setzen. Vorausplanung und gegebenenfalls Druckproben sind hier also wichtig.
Auch das Drucken funktioniert anders: Heute wird den Maschinen eine Datei übergeben mit ein paar digitalen Anweisungen und schon geht es los. Im Buchdruck muss eine Maschine mit viel Wissen und Erfahrung händisch eingerichtet werden, teilweise muss sogar jedes Papierblatt manuell angelegt werden.
- Frage: Was sind Veredelungen?
Antwort: Veredelungen im Druck beschreiben spezielle, aufwendige Verfahren um ein Druckprodukt optisch und haptisch aufzuwerten und zu etwas Besonderem zu machen. Im Prinzip ist der Buchdruck so eine Druckveredelung, denn er ist aufwendig und hinterlässt eine besondere Optik, da die Schrift in das Papier gedrückt wird und nicht jeder Buchstabe oder Druck exakt gleich aussieht.
Andere Veredelungen sind beispielsweise Heißfolierungen, bei denen glänzende, hauchdünne Folie unter Hitze mit Papier „verklebt“ wird, oder auch Prägungen. Prägungen sind entweder in das Papier hineingepresst, sodass es sich an gewissen Stellen vertieft anfühlt, oder sind als Reliefprägung erhaben. All das sind auch Veredelungen, die in der Officina Arcana angefertigt werden können.
